3 impressive mountain bike routes through the Val d'Aran

3 beeindruckende Mountainbike-Routen durch das Val d'Aran

Vor dem Lockdown waren wir mit Júlia Miralles von Lugares de Aventura unterwegs und sind die coolsten MTB-Trails im Val d'Aran gefahren.

In den Wäldern des Val d'Aran stößt man auf farbige Markierungen. Gemeint sind nicht die „GR“-Wanderwege, sondern die Schilder der Bike-Routen. Im Val d'Aran sieht man viele Radfahrer mit E-Bikes, Mountainbikes, Enduro-Bikes (Fullys) und sogar E-Enduro-Bikes. Das Angebot kann sich sehen lassen.

Parc Nacional d'Aigüestortes vom Lac Long aus. Von rechts nach links: die Grate von Sendrosa, in der Bildmitte der Tuc de Ratera. Foto: Júlia Miralles

Parc Nacional d'Aigüestortes vom Lac Long aus. Von rechts nach links: die Grate von Sendrosa, in der Bildmitte der Tuc de Ratera. Foto: Júlia Miralles

Berge mit alpinem Charakter

Typisch für dieses Tal sind die großen Höhenunterschiede zwischen steilen Bergen. Die Anstiege nehmen deshalb kaum ein Ende und sind für Einsteiger, sagen wir mal, „hart“. Darum kaufen sich viele Einheimische ein E-Bike, um weiterzukommen und neue Horizonte zu entdecken. Man kann E-Bikes auch mieten, und das Angebot ist groß. In Vielha gibt es zahlreiche Shops mit Bike-Verleih und Werkstatt. Sobald die Sonne im Val d'Aran den Schnee schmelzen lässt, werden die Ski gegen Bikes getauscht.

David López, Mitgründer von AranBikeParks, früher Rennfahrer in verschiedenen Bike-Disziplinen, heute Trainer und Bike-Guide (MTB und Enduro) im Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

David López, Mitgründer von AranBikeParks, früher Rennfahrer in verschiedenen Bike-Disziplinen, heute Trainer und Bike-Guide (MTB und Enduro) im Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Duft nach Sport und Moos

Die Stimmung in der Gegend ist sehr sportlich und herzlich. Die Bike-Saison dauert länger als die Skisaison, denn sie reicht von der Schneeschmelze bis zum ersten Schneefall. Und wenn nur wenig Schnee liegt, kann man sogar im Winter Touren fahren.

Im Frühling duftet es in den üppigen Wäldern des Val d'Aran nach grünen Tannen, Buchen und Eichen. Das Moos spielt eine Hauptrolle: Es wächst überall, und der hohe Sauerstoffgehalt und die gute Umweltqualität zeigen, wie wertvoll die Wälder des Aran ökologisch sind. Das alles begünstigt eine reiche Tierwelt. Wenn du früh losfährst, stehen die Chancen gut, dass du Rehe und Hirsche siehst oder mit etwas Glück sogar dem prächtigen Auerhuhn begegnest. Auch die Abenddämmerung ist wunderschön. Einfach anhalten und schauen.

Marc Gómez, Mitgründer von AranBikeParks und Freeski-Trainer am Leistungszentrum des Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Marc Gómez – Mitgründer von AranBikeParks und Freeski-Trainer am Leistungszentrum des Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Das Val d'Aran steckt voller Routen für Mountainbiker. Wichtig ist, das eigene Fahrkönnen richtig einzuschätzen und die passende Option zu wählen. Davon gibt es unzählige.

Eine andere Möglichkeit: Du nimmst einen Lift oder ein Shuttle, sparst dir den Anstieg und genießt einfach die Abfahrt. So schaffst du an einem Tag mehr Abfahrten, ohne dich bergauf zu verausgaben.

Beim Shutteln: Albert Ros (Glory Days Media) und Marc Gómez. Foto: Júlia Miralles

Beim Shutteln: Albert Ros (Glory Days Media) und Marc Gómez. Foto: Júlia Miralles

1. Die Pruedo-Route: spektakulär

Karte 1: Pruedo-Route

Viele, denen die Landschaft am wichtigsten ist, sind sich einig: Das ist „die Route“. Sie bietet einige der vielen spektakulären Ausblicke auf den Parc Nacional d'Aigüestortes. Los geht es in Salardú (Naut Aran), und die Route verläuft im Enduro-Gebiet Enduromies. Insgesamt ist sie rund 20 km lang. Bis Banhs de Tredós sind es 14 km, die Hälfte davon auf Asphalt. Das spektakuläre Thermalbad liegt auf 1750 m Höhe, umgeben von einer atemberaubenden Landschaft.

Marc und David in Banhs de Tredós, im Hintergrund der Parc Nacional d'Aigüestortes. Foto: Júlia Miralles

Marc und David in Banhs de Tredós, im Hintergrund der Parc Nacional d'Aigüestortes. Foto: Júlia Miralles

Weiter geht es 7 km auf einem Forstweg bis zum höchsten Punkt auf 2100 m. Von hier aus warten ein paar Kilometer bergab auf uns, bis wir das Ziel unserer Route erreichen: die Abfahrt von Pruedo. Unterwegs geht es über einen flachen Singletrail und durch Tunnel, die den Blick auf den Montarto und das Valarties-Tal noch eindrucksvoller machen.

Marc und David, im Hintergrund das Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Marc und David, im Hintergrund das Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Wir stehen am Start der Abfahrt. 2 km geht es bergab bis zum Zentrum von Enduromies, wo wir zwischen drei Strecken wählen können, um unsere Route fortzusetzen. Nehmen wir den Trail „Eth Sanglier 2.0“, kommen wir in Salardú an. „Pruedo“ und „Eth Sanglier“ ergeben zusammen 6 km Abfahrt. Eine unglaubliche Abfahrt zwischen den Bäumen, voller Lichtkontraste, die durch das dichte Geäst am Wegrand fallen.

Albert Ros auf der Abfahrt „Eth Sanglier“. Foto: Júlia Miralles

Albert Ros auf der Abfahrt „Eth Sanglier“. Foto: Júlia Miralles

Die Trails, auf denen wir unterwegs sind, wurden im Einklang mit dem Wald genau für diesen Zweck angelegt und tragen zugleich dazu bei, das Waldgebiet ökologisch zu erhalten. Diese mühsame Arbeit hat AranBikeParks übernommen, das Unternehmen, das diese Downhill-Strecken betreibt. Gegründet wurde es von Marc Gómez und David López. Die beiden halten Trails und Wege in Schuss, sind kreativ und legen neue Abfahrten an, damit man das Val d'Aran „einmal anders“ erleben kann.

Auf dem Eth Sanglier 2.0. Foto: Júlia Miralles

Auf dem Eth Sanglier 2.0. Foto: Júlia Miralles

2. Die Geles-Route und ihre „magischen“ Ecken

Karte 2: Geles-Route

Diese Route startet im Gebiet des „Val d'Aran Mountain Bike Park“ an der Bassa d'Oles in Vielha. Wir treten am Picknickplatz Pla Batalher auf 1150 m los, mitten im dichten Wald von Baricauba. Knapp 5 km auf asphaltiertem Weg bringen uns zum Beginn des Forstwegs, der zur „Mare de Déu de les Nheus“ in Geles auf 1400 m führt. Ein besonderer, wenig besuchter Ort, an dem du die Bergwelt des Aran in ihrer ursprünglichsten Form erlebst. Hier blühen wilde Orchideen, wilde Narzissen und sogar exotische fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau, typisch für alpine Wiesen. Wenn der Schnee geschmolzen ist, zeigt das Val d'Aran tausend Farbkontraste. Alles blüht, und die Tiere sind seine zahlreichsten Bewohner.

David und Marc an der „Mare de Déu de les Nheus“, im Hintergrund das Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

David und Marc an der „Mare de Déu de les Nheus“, im Hintergrund das Val d'Aran. Foto: Júlia Miralles

Von hier aus geht es bergauf bis auf 1800 m, an manchen Stellen abwechselnd fahrend und schiebend. Auch wenn dieser Abschnitt sehr steil wirken mag, ist er relativ angenehm und schnell, weil er auf einer langen, aber gleichmäßigen Diagonale an Höhe gewinnt.

Abfahrt auf dem Projeckt. Foto: Júlia Miralles

Abfahrt auf dem Projeckt. Foto: Júlia Miralles

Die Abfahrt führt zunächst über Hochgebirgswiesen bis zum Einstieg in die Trails des „Val d'Aran Mountain Bike Park“. Diesmal entscheiden wir uns für den rund 3 km langen Trail „Projeckt“, der technische mit schnelleren Passagen kombiniert. „Der letzte Teil hat richtig viel Flow – da grinst du bis zum Schluss!“, sagt Marc Gómez lächelnd.

3. Die einfachste Route: der Green Trail im „Val d'Aran Mountain Bike Park“

Karte 3: Green Trail

Der „Green Trail“ ist tatsächlich die einfachste Route, aber deshalb noch lange nicht die langweiligste. Auf dem breiten Trail kommen vor allem Rider mit wenig Enduro-Erfahrung auf ihre Kosten, und zwar in jedem Alter. Eine perfekte Route für die ganze Familie.

Sie beginnt in Vielha und führt über Gaussach zur Bassa d'Oles. Über Asphalt geht es hinauf zur „Bassa d'Oles“. Der Anstieg ist nicht schwierig, lässt aber nicht locker: Bis zur „Bassa“ gibt es keinen einzigen flachen Abschnitt. Die Bassa ist ein Bergsee am Ende des Wegs, umgeben von Wäldern – ein Ort wie aus einem Märchen.

Marc und David an der Bassa d'Oles. Foto: Júlia Miralles

Marc und David an der Bassa d'Oles. Foto: Júlia Miralles

Und wenn du mehr willst …

Neben diesen drei Routen gibt es im Val d'Aran noch viele weitere Mountainbike-Routen. Schau auf den Facebook-Seiten von „Enduromies“ und „Val d'Aran Mountain Bike Park“ vorbei, dort findest du weitere Alternativen.

David und Marc, im Hintergrund die Berge des Mig Aran. Foto: Júlia Miralles

In der App „Trailforks“ findest du außerdem noch viel mehr Optionen in diesem fantastischen Tal – dem einzigen nach Norden ausgerichteten Tal der Pyrenäen, mit traumhaften Hochgebirgslandschaften.

Foto: Júlia Miralles

Foto: Júlia Miralles

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